Einladung zum Workshop am 30.10.2021 in Schleswig

Wir laden ein

Museumsarbeit hör- und tastsinnig –
Workshop zu Bestandsaufnahme und Positionsbestimmung für die Kulturelle Vermittlungsarbeit

Die Andersicht-Jahrestagung findet vom 28. bis 31. Oktober in Schleswig statt. Wie immer ist die Ortswahl kein Zufall. Wir suchen uns stets einen Veranstaltungsort voller hör- und tastsinniger Inspiration, um auf bisherige Arbeit zurück zu schauen und Impulse für Neues zu gewinnen.

Wenn wir in Schleswig die Kulturvermittlung in Museen und Ausstellungen in den Fokus nehmen, geht es darum, wichtige Erfahrungen und Einsichten der zurückliegenden zwei Jahre festzuhalten und mit Partnern aus der Praxis der Kunstvermittlung und Ausstellungsgestaltung zu teilen.

Neuland betraten wir sowohl beim Einsatz und der Entwicklung taktiler Anschauungsmittel in der Kunstvermittlung für blinde und sehbehinderte Interessierte als auch in der Museumsarbeit mit Fokusgruppen.

Kulturvermittlung mit Abstand – was geht? Was bleibt? Diese Frage wird sich wie ein roter Faden durch unsere aktuelle Positionsbestimmung. In Impulsreferaten und kurzer Plenardiskussion werden drei Schwerpunktbereiche diskutiert, die nach der Mittagspause und vor einer abschließenden Fazit-Runde in Gruppen besprochen werden sollen.

  • Planungs- und Entwicklungsarbeit mit Fokusgruppen;
  • Taktile Veranschaulichungsmittel in der Kulturvermittlung;
  • Zielgruppen übergreifende Sensibilisierung für verständliche Sprache.

Vor allem in der Zusammenarbeit mit dem Iwalewahaus Bayreuth, der Kunsthalle Kiel und der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen haben Mitglieder von Andersicht vor und während der Pandemie den Horizont und das Know-how erweitert. In unserem Workshop soll es um folgende Aspekte gehen:

Und nun hoffen wir, dass möglichst viele Praktikerinnen und Praktiker aus dem Museumswesen unser Symposium als produktives Gesprächsangebot verstehen und den Termin als Möglichkeit zu Erfahrungsaustausch und weiterer Vernetzung aufgreifen.

Die Veranstaltungsdaten

  • Termin: 30. Oktober 2021, 10:00 bis 16:00 Uhr
  • Ort: Hotel Alter Kreisbahnhof, Königstraße 9, 24837 Schleswig
  • Teilnahmegebühr: 60,– €

Anmeldeschluss ist bei Erreichen einer Teilnehmerzahl von 40.

Und hier geht es zur Ausschreibung zum Herunterladen und Weiterverbreitenhttps://andersicht.net/wp-content/uploads/2021/06/Ausschreibung-zum-Andersicht-Workshop-in-Schleswig.pdf!

Fokusgruppenarbeit – Erfahrungen aus der Vorbereitung der Farbrausch-Ausstellung auf Schloss Gottorf

Autor: Dr. Jürgen Trinkus (Anmerkung des Autors zur gendergerechten Sprache)

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte auf Schloss Gottorf hatte sich entschieden, die monografische Ausstellung „Christopher Lehmpful. Farbrausch“ auch für blinde und sehbehinderte Besucher zum Erlebnisraum zu machen. Das bot sich an, weil dieser Berliner Maler überaus haptisch arbeitet und sich als „malender Bildhauer“ sieht. Das inklusive Angebotskonzept wird auf einer extra Service-Seite vorgestellt.

Das Erfolgskonzept Fokusgruppe

Bemerkenswert an der Entscheidung, eine maximale Zugänglichkeit für blinde und sehbehinderte Ausstellungsbesucher herzustellen, ist nicht nur, dass sie überhaupt getroffen wurde, sondern

  • dass dies schon sehr frühzeitig geschah, nämlich schon zu Beginn der Vorbereitungsarbeiten zur Ausstellung,
  • dass eine engagierte Kunstvermittlerin speziell mit dieser Aufgabe betraut wurde,
  • dass diese die Konzeption mit einer Fokusgruppe aus Expert in eigener Sache erarbeitete,
  • dass zu dieser Fokusgruppe auch mehrere Mitglieder von Andersicht gehörten, welche verschiedene Kompetenzen einbringen konnten und
  • dass die Fokusgruppe kontinuierlich und umfassend den ganzen Vorbereitungsprozess beratend begleiten durfte.

Julia Brunner, die seitens der Kunstvermittlung für die Umsetzung des Inklusionsanspruchs zuständig war, nahm im Sommer 2020 Kontakt auf zu verschiedenen Institutionen und Organisationen, um eine möglichst breite Expertise zu mobilisieren. Dies waren

Seit August 2020 war die Fokusgruppe durch in der Regel monatliche Zusammenkünfte in den gesamten Erstellungsprozess der Inklusionsmaßnahmen einbezogen – zunächst in Präsenzveranstaltungen und dann – pandemiebedingt – per Zoom-Konferenzen, E-Mail-Verkehr und Telefonate. Wichtig für das Gelingen war, dass das Museum und sein Bereich Kunstvermittlung hinter dieser Arbeit standen, dass der Künstler selbst aufgeschlossen war und beteiligt werden konnte. Christopher Lehmpfuhl nahm sich Zeit für ein Video-Gespräch mit der im Schloss Gottorf versammelten Fokusgruppe. Dr. Ingo Borges als Kurator unterstützte die konzeptionelle Arbeit in großer Aufgeschlossenheit.

Zunächst wollte Julia Brunner von der Fokusgruppe wissen, was für die blinden- und sehbehinderten Besucher wichtig ist, um eine umfassende Teilhabe zu ermöglichen. Die dabei zusammengetragenen Aspekte wurden dann in Planungsmodule übernommen.Im folgenden wird auf diese Elemente näher eingegangen.

Audioführung mit Statements des Künstlers, Bildbeschreibungen und Orientierungshinweisen

Screenshot vom eGuide. Zu sehen ist seine Benutzeroberfläche
Screenshot vom eGuide. Zu sehen ist seine Benutzeroberfläche

Unstrittig war, dass es einen Audioguide geben musste. Reizvoll war, dass Christopher Lehmpfuhl selbst durch Statements zu den verschiedenen, in der Ausstellung gezeigten Aspekten daran teilnehmen würde. Damit war auch klar, dass die Produktion in Berlin stattfinden musste.

Weitere Komponenten sollten sein

  • Beschreibungen zu ausgewählten Werken und
  • Hinweise für die Orientierung innerhalb des Ausstellungsraums.

Die Gruppe setzte als Prämisse, dass es zu jeder Station auch eine Werkbeschreibung geben sollte.

Mit der Studioproduktion wurde auf Empfehlung von Andersicht Anke Nicolai beauftragt. Sie hätte auch Autorinnen für die Audiodeskription vermitteln können, doch hatten wir diese Kompetenz bereits selbst an Bord. Anke Nicolai gehörte schon in den 2000er Jahren zum Nordteam der Filmbeschreiber um Hela Michalski. Hela Michalski (auch stellv. Vorsitzende von Andersicht) gehört zum Fokusteam. Die blinde Hörfilmautorin hat die Werkbeschreibungen für diesen Audioguide gemeinsam mit Julia Brunner erarbeitet, für die das, wie sie mehrfach und begeistert sagte, eine sehr wichtige Berufserfahrung wurde. Hier als Kostprobe eine der so entstandenen Bildbeschreibungen.

Beschreibung zum Gemälde „Selbst mit Spiegel“ von Christopher Lehmpfuhl. Beschreiberinnen: Hela Michalski und Julia Brunner.

Der ganze, sehr hörenswerte Audioguide kann bis zum Ende der Ausstellung hier abgerufen werden.

Eine Frage, die wir frühzeitig aufwarfen und mit den Erfahrungen von Andersicht auch umfassend ausleuchten konnten, war die nach der medialen Verfügbarkeit des Audioguides. Das Museum wollte eine Web-Applikation, also einen Guide, der mit jedem auf PCs, Tablets und Smartphones verwendeten Browser benutzt werden kann. Uns war wichtig, dass dieser gut bedienbar sein müsste in

  • Nutzbarkeit aller enthaltener Informationen und Bedienelemente auch per Screenreader – im Falle des am weitesten unter blinden Nutzern verbreiteten iPhone ist das VoiceOver;
  • einfache, nachvollziehbare Struktur der Benutzeroberfläche;
  • leichte Auffindbarkeit und Aufrufbarkeit des eGuides.

Länger diskutiert wurde die alternative Aufrufbarkeit der einzelnen Stationen des Rundgangs per QR-Code. Hierfür wurde dann in Konsultation mit weiteren Praxispartnern eine leicht nachvollziehbare Umsetzung gewählt. Die QR-Codes wurden auf dem Fußboden rechts neben lang gestreckten Aufmerksamkeitsfeldern im taktilen Bodenleitsystem so aufgebracht, dass sie mit der Kamera des Smartphones erkannt werden, ohne dass es nötig wird, genau auf ein kleines Code-Feld zu zielen. Das funktioniert auch tatsächlich.

Langes Aufmerksamkeitsfeld im Bodenleitsystem. Daneben QR-Code für eGuide
Aufmerksamkeitsfeld im Bodenleitsystem. Daneben QR-Code für den E-Guide © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, www.bildkunst.de

Wir drängten sehr darauf, die angebotene Browser-App rechtzeitig blind testen zu können. Das erwies sich als unbedingt richtige Vorkehrung. Tatsächlich gab es Nachbesserungsbedarf.

Zwar ist die Benutzung des Smartphones unter blinden Menschen als Kulturtechnik sehr weit verbreitet und wird recht gut beherrscht. Uns war es dennoch wichtig, eine Alternative anbieten zu können, die noch einfacher zu handhaben ist. Inzwischen hat die Nutzung von Hörbüchern einen hohen Standard erreicht. Hörbüchereien bieten sie an als Bestellung per Download. Diese gemeinnützigen Hörbüchereien sind organisiert in der Mediengemeinschaft für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen e. V. (Medibus). Unser Ansprechpartner dabei war die Norddeutsche Blindenhörbücherei mit Sitz in Hamburg. Weil die Inhalte schon vorhanden waren, hielt sich die Nachbearbeitung in Grenzen. Die DAISY-Struktur war noch drüber zu leben, also eine Indexierung und Hierarchisierung für eine Navigation zwischen Überschriften verschiedenen Ebenen und sogar einzelnen Sätzen. Das ist mittlerweile mit maschineller Unterstützung zu machen.

So ein DAISY-Hörbuch kann übrigens auch mit einfachen MP3-Playern benutzt werden. Der Audioguide zur Christopher-Lehmpfuhl-Ausstellung wurde also ganz rasch als DAISY-Hörbuch aufbereitet und durch die NBH als ZIP-Archiv zum Download bereit gestellt. Wir können uns vorstellen, dass derartige Audioguides künftig ins reguläre Ausleihverfahren per Katalog einbezogen werden.

Orientierungskonzept mit Bodenleitsystem, akustischen Wegbeschreibungen und taktilen Lageplänen

Neben der Zugänglichmachung inhaltlicher Informationen ist die Orientierung das zentrale Thema bei einem Ausstellungsbesuch blinder bzw. hochgradig sehbehinderte Besucher. Innerhalb der Ausstellung ist es hilfreich, wenn sich blinde Menschen selbständig bewegen können. Entweder sie kommen ohne sehende Begleitung oder sie möchten selbstbestimmt durch die Ausstellung gehen und ihrer Begleitung auch mal einen Freiraum geben.

Bodenleitsystem

Weil wir immer auch überlegen, wie sich der Nutzen von Spezialmaßnahmen im Sinne eines Designs für alle maximieren lässt, brachten wir mit Erfolg den Vorschlag ein, die Verlegung eines Bodenleitsystems mit dem Orientierungsbedarf für die Gesamtheit der Besucher zu verknüpfen. Die Idee war, die Leitstreifen so zu verlegen, dass sie auch als Abstandsempfehlung zu den Kunstwerken zu verstehen sind.

Orientierungshinweise für blinde Ausstellungsbesucher

Nun machen Leitlinien an sich keinen Sinn, wenn wir nicht wissen, wohin genau sie uns führen sollen. Diese Informationen wurden in den Audioguide integriert. Hier daraus zwei Beispiele. Zunächst die Überblicksbeschreibung, die den blinden Besuchern eine räumliche Vorstellung vom Gebäude vermittelt.

Aus dem Audioguide zur Sonderausstellung „Farbrausch“. Beschreibung der Reithalle von Schloss Gottorf

Nachdem zu jeder einzelnen Station die Werkeinführung von Christopher Lehmpfuhl und die Audiodeskription zu einem ausgewählten Kunstwerk zu hören waren, folgt jeweils ein Orientierungshinweis, der hilft, zur nächsten Station zu gelangen. Dafür hier ein Beispiel.

Orientierungshinweise für den Weg von Station 1 zu Station 2

Wegbeschreibungen

Zum Servicepaket, das wir gemeinsam schnürten, gehören auch Hinweise für die Anreise. Hierbei kam es uns darauf an, dass möglichst alle wesentlichen Optionen berücksichtigt würden:

  • Die Zielgruppe ist differenziert in blinde Besucher, die allein reisen oder in Begleitung;
  • Blinde Besucher, die sich mit dem Langstock orientieren oder mit einem Führhund unterwegs sind;
  • Besucher, die mit der Bahn anreisen und dann mit dem Bus zur Schlossinsel fahren;
  • Reisende, die vom Bahnhof ein Taxi bevorzugen;
  • Menschen, die mit einem Auto auf die Schlossinsel gebracht werden.

Die Wegbeschreibungen hat dann ein Team von Andersicht e. V. erstellt. Es bestand aus dem sehenden Rehabilitationslehrer Karl Elbl und dem blinden Stockgänger Jürgen Trinkus.

Nach gemeinsamer Geländeerkundung haben sich Karl Elbl und Jürgen Trinkus vor der Reithalle unter das Ankündigungsschild der Ausstellung gestellt
Karl Elbl und Jürgen Trinkus vor dem Ausstellungsrt Reithalle

Andersicht hat schon zahlreiche Wegbeschreibungen gestellt und gehen auf dieses Thema in einem gesonderten Beitrag ein.

Tastobjekte und Mitmach-Angebote

Tastobjekte

Das Budget sah vor, zwei Bildwerke in tastbare Objekte umzusetzen. Die Fokusgruppe entschied in einer gründlichen Diskussion, welche Werke umgesetzt werden sollten. In der Diskussion spielte eine wesentliche Rolle, welche prägenden Momente aus Lehmpfuhls Exponaten sollen sinnfällig gemacht werden und welche eignen sich dafür. Expressivität und Gestaltungstechniken sollten fühlbar werden. Es war klar, dass dies nur möglich wird, wo vereinfachende Darstellungen vertretbar und zielführend sind und bei der Umsetzung ein Maximum an Gestaltungsmomenten vermittelt werden kann.

Die Entscheidung fiel für ein Werk aus dem Bereich der Berglandschaften und eines aus den Stillleben.

Die Aufträge wurden dann ausgeschrieben und die Bewerbungen zweier Agenturen wurden durch die Fokusgruppe diskutiert. Als die Entscheidung für Inkl. Design gefallen war, wurden die Umsetzungskonzepte in einer Videokonferenz mit der Agentur diskutiert. Anregungen und Wünsche aus der Gruppe fanden Eingang in die schließliche Gestaltung der ausgewählten Objekte.

Die Audiodeskriptionen zu den Tastobjekten verdeutlichen, worauf es ankam.

Beschreibung zum Tastmodell Glockner-Duett
Das Tastmodell zum Gemälde Glockner-Duett
Tastmodell „Glockner-Duett“ in der Christopher-Lehmpfuhl-Aussellung „Farbrausch“, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, www.bildkunst.de

Besonders intensiv hat sich die Fokusgruppe mit dem Tastmodell Gläser-Stillleben auseinandergesetzt, ging es doch darum, Perspektive handgreiflich zumachen. Das ist ein besonders schwieriges Ding für Früherblindete, die nicht auf eigene Seherfahrung zurückblicken können.

Beschreibung zum Gläser-Stillleben
Tastmodell Gläserstillleben von christopher Lehmpfuhl in der Sonderausstellung „Farbrausch“ © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, www.bildkunst.de  Bild 6:
Tastmodell Gläserstillleben von christopher Lehmpfuhl in der Sonderausstellung „Farbrausch“ © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, www.bildkunst.de

Der Mitmach-Raum

Bärbel Wolter erklärt Jürgen Trinkus ein Tastbild
Bärbel Wolter erklärt Jürgen Trinkus ein Tastbild

Das Landesförderzentrum Sehen war direkt beteiligt durch die zwei Kunsterzieherinnen und Sonderschulpädagoginnen im Ruhestand Barbara Wolter und Susann Lokatis-Dasecke. Im Jahr 2008 erschien ihr Standardwerk „Gemeinsam kreativ: Integrativer Kunstunterricht mit blinden Schülerinnen und Schülern“ bei der Edition Bentheim. Ihr Beitrag zur Lehmpfuhl-Ausstellung war vor allem die Gestaltung eines Mitmach-Raums. Darin wurden Formen und Farben aus den Gemälden der Ausstellung tastbar gemacht, sodass sich interessierte Besucher mit dieser anderen Wahrnehmungsweise auseinandersetzen können und die Möglichkeit zu eigenen Tast-Erfahrungen bekommen.

Weitere Handreichungen für die Besucher

Blick auf die Broschüren und den Lageplan
Ausleihbare Broschüren und Lagepläne für blinde und sehbehinderte Besucher © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, www.bildkunst.de

Blinde Ausstellungsbesucher können mit ihren Tickets auch eine kleine Übersichtsbroschüre in Brailleschrift und einen Lageplan für die Schlossinsel und das Ausstellungsgebäude Reithalle erhalten. Die Infobroschüre gibt es auch im Großdruck. Die Braillebroschüre wurde vom Blindeninformationszentrum BLIZ des Blinden- und Sehbehinderten-Vereins Hamburg gedruckt. Der Lageplanwurde von Inkl.Design entworfen und im Landesförderzentrum Sehen als Schwellkopie vervielfältigt.

Personalschulungen

Der Umgang mit blinden oder hochgradig sehbehinderten Ausstellungsbesucher ist für freie und feste Museumsmitarbeiter nicht unbedingt alltäglich.

Sowohl Andersicht als auch der BSVSH boten solche Schulungen an, die von den festen und freien Museumsmitarbeiter auch genutzt wurden.

Solche Schulungen helfen sehr wesentlich, Unsicherheiten im Umgang mit blinden und sehbehinderten Menschen abzubauen.

  • Wie spreche ich eine Person an, die mich nicht sieht?
  • Wie erkläre ich einen Raum einen Weg?
  • Wie begleite ist nichtsehende Menschen durch eine Tür, über eine Treppe zu einem Objekt?
  • Wie stelle ich Körperkontakt zu einem Objekt her, was ertastet werden kann?

Diese und viele weitere Fragen werden vom erfahrenen und bewährten Andersicht-Schulungsteam Dolle/Lossmann in Verbindung mit viel Wissenswertem über Blindheit und Sehbehinderung in praktischen Übungen vermittelt, was unter Pandemie-Bedingungen leider nur sehr eingeschränkt möglich war.

Ein kleines Fazit

In die inklusive Gestaltung der Christopher-Lehmpfuhl-Ausstellung ging eine Vielzahl von Leistungen ein, die gründlich mit Experten in eigener Sache besprochen und auf deren Bedürfnisse hin optimiert wurden. Auch bei der Wahl der Dienstleister wurden Ratschläge aus der Fokusgruppe dankbar geprüft und oft auch berücksichtigt. Dank der Kontakte und Erfahrungen mehrerer Fokusgruppenmitglieder darf am Ende resümiert werden, dass auch alle Leistungserbringer gute Arbeit lieferten.

Das Ergebnis der Arbeit kann sich sehen, hören und fühlen lassen.

02.11.2012: Medienresonanz zur Enthüllung des audio-taktilen Stadtplans FlensburgX

Am 2.11.2011 Punkt 12:00 Uhr hatte sich eine ansehnliche Menschentraube am Aufgang zu den Gleisen 4 und 5 gebildet. Hier das Medienecho.

Der Bahnhofs-Stadtplan für Blinde ist einzigartig im Norden: In Schleswig-Holstein und Hamburg sei kein weiterer Bahnhof bekannt, an dem ein solcher Plan stehe, sagte eine DB-Sprecherin. Die Deutsche Bahn sei „gesprächsbereit“, was eine Ausweitung des Projekts auf weitere Bahnhöfe angehe.“

So steht es in einer DPA-Meldung vom 02.11.2011 14:40, zu lesen in der Online-Ausgabe der  „Lübecker Nachrichten“
und auch in „Welt  online“

Ein Artikel erschien anlässlich der Enthüllung des audio-taktilen Stadtplans im „Flensburger Tageblatt am 03.11.2011: „Stadtplan zum Tasten: Flensburg für Blinde sichtbar“.

Im Beitrag wird freundlicherweise auf unsere Website verwiesen. Hier gibt es ja auch tatsächlich die exakten Fakten und Zusammenhänge. Der ungenaue Text von kli findet sich auch in der „barmstedter-zeitung“ und weiteren Blättern der SHZ-Verlagsgruppe.

Eine detaillierte und vor allem stimmige Pressemitteilung hat die Deutsche Bahn am 02.11.2011 herausgegeben.

Auch ein NDR-Reporter vom Studio Flensburg schaute vorbei. Der Kurzbericht von Jörg Jacobsen lief nachmittags im Flensburger Regionalfenster und am Abend in der Sendung „Von Binnenland und Waterkant“.

Jörg Jacobsen am 02.11.2011 für NDR1 Welle Nord

„RFID hilft bei Barrierefreiheit“ titelte Firma inotec Barcode  security GMbH aus Neumünster ihre Pressemitteilung zur Einweihung der Tasttafel in Flensburg„. Dort heißt es präzise: „Bei der Tasttafel handelt es sich um einen audio-taktilen Stadtplan, der es nicht sehenden und sehbehinderten Menschen ermöglicht, sich in Flensburg zu orientieren.“. 

02.06.2012: „Föhr auf eine ganz neue Art erfahren“ titelte der Inselbote“ am 2.6.2012

Was für Andersicht ein Meilenstein war, die Enthüllung des ersten audio-taktilen Landschaftsreliefs – fand seine Würdigung in einem ausführlichen Bericht in der Regionalzeitung für die Inseln und Halligen. Das Wichtigste gleich zu Beginn:

„Föhr auf eine ganz neue Art erfahren können Gäste und Einheimische seit kurzem im Ausstellungsraum hinter dem Wyker Storchengehege. Dort wurde ein Landschaftsrelief seiner Bestimmung übergeben, das aus Daten der dreidimensionalen Landvermessung entstand und ein originalgetreues Abbild der Insel liefert.“

„Ein Landschaftsrelief für alle Sinne, dessen Realisierung die Zusammenarbeit der Firma „Drei-D-Formenbau“ in Harrislee sowie der Vereine „Elmeere“ und „Andersicht“ möglich machte. Der 2008 in Neumünster gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen von Blinden und Sehbehinderten in die Planung und Umsetzung von Projekten in den Bereichen Kultur und Tourismus einzubringen. (Um) Dinge für Menschen verständlich zu machen, so der Vorsitzende Dr. Jürgen Trinkus bei der Enthüllung. „würden viele Modelle erstellt. Allerdings überwiegend unter Glas oder hinter Absperrungen und somit nur für Sehende interessant. Ein Modell aber sei etwas Gegenständliches und man sollte es – im doppelten Wortsinn – begreifen können.“

Auch auf das technisch Innovative des Föhrer Landschaftsreliefs und die Ziele des Auftraggebers wurde eingegangen. Wir waren sehr glücklich mit dieser Veröffentlichung in der regionalen Tageszeitung für Föhr, Amrum und Nordfriesland und danken dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag für die Möglichkeit des Zitierens.

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