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"Sprechendes" Nordseemuseum Husum - Etappenziel erreicht?

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22. Dezember 2009

Husum. Unser Ziel war es, das TagIt-Guide-System bis zum Ende des Jahres 2009 funktionsfähig installiert zu haben. Kurz vor Weihnachten war es an der Zeit, die "Karten auf den Tisch" zu legen.

Das bislang an Lern- und Anschauungsmitteln erprobte TagIt-Guide-System der Firma Dräger & Lienert ist ins Museum eingezogen. Die Nutzer rufen die Raum- und Objekt bezogenen Informationen mit einem Lesestift ab. Die Art der Informationsorganisation gibt dem Anwender ein hohes Maß an Entscheidungsmöglichkeit, welche Themen er wie weit vertiefen möchte.

Vor dem Versuch, die gesamte Dauerausstellung eines Museums für Blinde zu erschließen, haben bislang alle kapituliert. Im Nordseemuseum - einem nicht kleinen und nicht großen Museum - wurde es gewagt. Möglich wurde das durch die Finanzierung des Projektes aus Mitteln des "Fonds zur Herstellung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum für blinde und sehbehinderte Menschen" beim Sozialministerium von Schleswig-Holstein. Die in diesem Fonds bewilligten Mittel sind jedoch an die Verwendung im laufenden Haushaltsjahr gebunden. Bei Startverzögerungen kann es da schon mal eng werden.

Zu wenig Zeit - zu wenig Geld! Was sich die Projektbeteiligten für den äußerst knappen Zeitraum von sechs Monaten vorgenommen hatten, wäre ohne den Willen, es den Skeptikern zu beweisen, wohl gescheitert. Mit einer Angestelltenmentalität hätten die Beteiligten gar nicht erst ans Werk zu gehen brauchen.

Die zehn Bereiche der Dauerausstellung im Husumer Nissen-Haus umfassend zu beschreiben, die weit unterschätzte Masse an Informationen auf 325 Informations- und Leitpunkte aufzuteilen, eine gediegene Studioproduktion zu realisieren, ein angemessenes Objektmanagement zu entwickeln, die Tags korrekt zu programmieren und die geeignete Endnutzertechnik an den Start zu bringen - das alles hat ein mehrfaches der geplanten Resourcen beansprucht. Verlängerung oder Verteuerung waren aber nicht zu haben.

Auf die Suche nach Sprechern und Tonstudio konnten wir erst gehen, als ein vorzeigbares Sprecherskript vorhanden war. Wir sprachen Jasper Vogt in Hamburg an, aber der war bis Ende November in Afrika unterwegs. Er ging mit Sprecherpartnerin Sandra Keck am 06.12. ans Werk. Umfang und Anforderungen an die Aufsplittung der Aufsprache verlangten den beteiligten Studioarbeitern das Äußerste ab. 989 Textteile (489 von Sandra Keck und 510 von Jasper vogt) waren auf 601 exakt zu benennende Audiodateien abzulegen und weiterzureichen.

Und wo wir schon bei der Statistik sind. Das Arbeitsdokument bestand aus 310 Druckseiten, und das Sprecherskript umfasste immer noch 147 Seiten. Vier Aufnahmetage waren nötig.

Am letzten Wochenende vor Weihnachten ist das Entwicklerteam der Fa. Dräger & Lienert Informationsmanagement aus Marburg angereist und hat die Systemkomponenten in Betrieb genommen. Eine Menge Feinarbeit freilich bleibt noch zu erledigen. Aber in der Sache ist das Ziel erreicht, konnte am Dienstag Mittag, zwei Tage vor Weihnachten festgestellt werden. Einen tag vor Weihnachten 2008 war die Projektentscheidung für TagIt-Guide gefallen.

 

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