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Volker Königs tastsinniges Wedel

Turnhallenmodell

3. Juli 2010

In guter Tradition fand das Andersicht-Jahrestreffen an einem Ort statt, der mehrsinnige Angebote bereit hält. Hela Michalski fasst in einem rückblickenden Beitrag unsere Erlebnisse zusammen.

Jahresversammlungen werden bei Andersicht als hör- und tastsinnige Erlebnistage gestaltet. Zehn Freunde und Mitglieder von Andersicht aus Schleswig, Kiel, Koldenbüttel, Dresden, und Pinneberg gingen mit Volker König an einem Hochsommertag 2010 auf Entdeckungstour durch sein tastsinniges Wedel. Am Leitstreifen im Wedeler S-Bahnhof

Gleich am Treffpunkt in der Bahnhofshalle konnten die Finger einen Orientierungsplan des Wedeler S-Bahnhofs mit ZOB und Umgebung erkunden. Davon wurde ausgiebig Gebrauch gemacht. Ein Aufmerksamkeitsfeld im Blindenleitstreifen weist hier auf den an der Wand angeschraubten Plan hin.

Der Wedeler Bahnhof ist ein historischer Ort in Sachen Blindenleitstreifen. Ingenieur König ließ hier den ersten Leitstreifen Deutschlands verlegen. Er besteht aus kleinem Kopfsteinpflaster. Andere Behinderte haben damit Probleme. Bei Rollstuhlfahrern kann die Erschütterung Spasmen auslösen, bei multipler Sklerose Blasenprobleme, erzählt Volker König, der daraus lernte. Auf einem Bahnsteig liegt noch der erste Leitstreifen in Betonplatten. Epoxidharz wurde probiert und vieles mehr, woraus sich Standards und Richtlinien entwickelten.

Aus der Bahnhofshalle mit angenehmer Kühle brach die Gruppe auf in die hochsommerlich aufgeheizte Stadt. Volker König ist mit Projekten und Expertisen bundesweit aktiv. In seiner Heimatstadt ist die Zahl tastsinniger Objekte Dank seines Einsatzes ungewöhnlich hoch.
Der Bogen spannt sich von 18 Fassadenreliefs architektonisch interessanter Gebäude bis zum Planetenpfad.

Tastplan Nicht nur, um die Kosten für die Tastpläne und –reliefs sowie Modelle niedrig zu halten, motiviert der Ingenieur im Unruhestand Schüler und Studenten, Reliefs zu schaffen. Die jungen Leute werden auf diese Weise auch für die Bedürfnisse behinderter Menschen sensibilisiert, was sich in so mancher Biografie niederschlug. Dafür weiß König eindrucksvolle Beispiele. Turnhallenmodell

Den ersten Stop auf ihrem Rundgang machten "die Andersichtigen" bei einem Modell der 2005 abgerissenen Turnhalle des Wedeler TSV im Rosengarten. Die Keramikerin Doris Ong hat ein ungebranntes Tonmodell hergestellt. Davon goss die Firma Büsching ein Bronzemodell. Es wurde im Mai 2008 in der Nähe des historischen Standorts aufgestellt und ist ein sinnfälliges Stück Erinnerungskultur.

Danach führte Volker König die Gruppe zum Fassadenrelief des alten Rathauses. Es ist am rechten Pfeiler des Eingangsportals angebracht.

 Hatzburg In einem Freizeitgelände ist auf einem quadratischen Podest das Bronzemodell der historischen Hatzburg, eine sogenannte "Motte" aus dem 13. Jahrhundert nachgebildet. Auch dieses Bronzemodell wurde von der Keramikerin Doris Ong gestaltet und von der Firma Büsching in Bronze gegossen. Dieses Modell hat Herr Volker König zu seinem sechzigsten Geburtstag als Geschenk bekommen.

Für den Wedeler Planetenpfad fehlte der Gruppe leider die Zeit. Es stand an diesem Tag noch die Jahresversammlung von Andersicht e. V. an. Der Gang durchs tastsinnige Wedel jedenfalls war dafür eine gute Inspiration.

Der Edeka-Markt, der vorher noch besichtigt wurde, ist einen eigenen Beitrag wert. Also, hier bitte weiter lesen!

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