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Der beträchtliche Aufwand und seine Finanzierung

Rückgrat des Erfolges ist eine professionelle Projektführung und natürlich die Finanzierung. Auch darüber muss geredet werden.

Blindengerechte Aufbereitung eines Theaterevents gehört nicht zum Kerngeschäft unserer Bühnen, die meist andere Sorgen haben. Aufgeschlossen sind sie sicherlich, aber worauf es ankommt, um so ein Vorhaben zu realisieren und damit auch die Adressaten zu erreichen, muss von außen geliefert werden.

Es beginnt mit der Auswahl des Stücks. Sie sollte in einem zeitlichen Vorlauf von mindestens neun Monaten erfolgen, um zunächst die Voraussetzungen schaffen und dann die blinden Interessenten informieren zu können.

Erste Voraussetzung ist die Eignung des Stückes bzw. der Inszenierung. Ist es ein wichtiges Stück für das Theater? Wird es Interesse finden? Hat es einen hohen Schauwert, der in Wortbilder übersetzt werden muss, um der Handlung folgen zu können? Gibt es genug Freiraum in den Szenen, um in Textpausen die nötigen Informationen vermitteln zu können?

Ein erfahrenes Beschreiberteam muss mit der Arbeit der Erschließung betraut werden. Nur so ist sicherzustellen, dass die Audiodeskription effektiv und hilfreich ist.

Nun beginnt die Erarbeitung der Zusatzbeschreibung. Dazu muss das Beschreiberteam die Generalprobe und/oder eine Aufführung miterleben, einen Videomitschnitt erhalten, der tatsächlich das Bühnengeschehen dokumentiert und schließlich den fertigen Text bei einer Theatervorstellung ausprobieren können.

Diese Arbeit von Freiberuflern kostet Geld, das zu beschaffen ist. Bei der Eigentlichen Aufführung muss eine Sprecherin zum Einsatz kommen, die dem Geschehen auf der Bühne zu folgen vermag und es dabei versteht, den Zusatzkommentar in den Sprechpausen situationsgerecht zu platzieren. Dazu gehört ein hohes Maß an Geistesgegenwart.

Finanziert werden muss auch das technische Equipment, eine Einheit von Sprecher-Sendegerät und einer ausreichenden Zahl von Empfängern mit Ohrclips für die interessierten Theaterbesucher.

Im Falle der Rendsburger Aufführung der Komödie "Der Gast" von David Pharao haben die Bürgerstiftung der Region Rendsburg und die Stiftung der Spar- und Leihkasse Rendsburg kräftig beigesteuert, ergänzt durch eine Fehlbedarfsfinanzierung aus dem "Fonds zur Herstellung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum für blinde und sehbehinderte Menschen in Schleswig-Holstein". Nach Ankündigung von Sozialminister Garg soll es diesen Fonds 2011 nicht mehr geben. Aber andersichtiges Theater soll eine Zukunft haben. Dafür werden wir uns einsetzen.

 

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