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Der sinnlich-körperliche Bezug zur Bühne

Zu unserem allsinnigen Theaterkonzept gehören Bühnenbegehung und Anfassen von Requisiten und Kostümen.

Vor uns entwickelt sich ein Vierpersonenstück hauptsächlich in einem Pariser Wohnzimmer speziellen Milieus. In ihm bewegen sich vier Personen in jeweils charakteristischer Bekleidung. Von alledem erzählt auch der Beschreiberkommentar.

Wer Augen hat zu sehen, erlebt real ablaufendes Geschehen in eben diesem Raum. Reichen Worte, mir diese Dimension aus Raum, Fleisch und Gegenständlichkeit blind begreiflich zu machen?

Seit unserem ersten Theaterprojekt 2005 gehört es zum Konzept, dass die blinden Zuschauer vor ihrem Theatererlebnis von Bühnenbildnern und Kostümemachern eingeführt werden. Dass ich Colettes Paillettenkleid berührt und seinen Schnitt befühlt habe, hilft mir sehr - auch wenn es dabei nur auf einer Kleiderpuppe hing. Gérards Anzug erinnern meine Finger nach dieser Einführung ebenso wie Lederjacke und Mütze des Gastes.

Die reale Ausdehnung der Bühne und die Einrichtung des Wohnzimmers bin ich abgeschritten. Das Telefon mit dem eckigen Anrufbeantworter hatte ich unter den Fingern, den Fisch im Glas desgleichen. Auf der verschlissenen Couch konnte ich gar Platz nehmen.

So haben Bühne und Inszenierung aufgehört, etwas Abstraktes, rein imaginiertes für mich zu sein. Solche Vorbereitung auf die Theatervorstellung ermöglicht eine intensive Wahrnehmung.

Dieser spezielle Teil des besonderen Theaterabends wurde inzwischen nicht nur in Kiel oder Rendsburg praktiziert, sondern auch in Osnabrück, Heidelberg und Wiesbaden.

Was den Abend abrundet, sagt der nächste Abschnitt dieses Berichtes.

 

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