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Andersicht-Entwickler-Workshop zum Thema Hörstift

Am Wochenende 9.- 11.3.2018 traf sich auf Initiative von Andersicht e. V. eine kleine aber ambitionierte Runde bei Stefan Michel im Hotel "Michels Stern" in Marktbreit, um den Schritt in ein anwendungsfähiges Einsatzkonzept für Hörstifte im Ausstellungsbereich zu gehen. Beteiligt waren Modellbauer, Software-Entwickler und Museumsfachleute. Wir sind sehr glücklich über die Mitwirkung von Kunsthistoriker Philipp Schramm ( berührt-geführt UG ), Bastian Beekes von der Bayerische Forschungs- und Informationsstelle – Inklusive Hochschulen und Kultureinrichtungen (BayFinK) sowie Martin Dames, Kopf des Ting-el-Tangel (Das Ting-Stift-Projekt)

Die Teilnehmer eint die Überzeugung, dass der Hörstift durch folgende Eigenschaften seinen Platz im Ausstellungswesen noch finden kann. Er ist alltagstauglich weil niederschwellig in der Handhabung, robust, ökonomisch und nützlich für mehrere Zielgruppen. Dennoch sind Entwicklungen nötig, die mit diesem Workshop forciert wurden.

Was ist ein Hörstift?

Ein Hörstift ist ein vergleichsweise einfach aufgebautes Gerät. Er enthält einen Player mit Lautsprecher, Kopfhöreranschluss und Bedienelementen, eine Speicherkarte für die Software und die Audioinhalte, eine Stromversorgung sowie an der Spitze ein Fotoelement, das einen Punktcode auslesen kann. Die Punktcodes entscheiden darüber, welcher Audioinhalt abgespielt wird.


In Deutschland verbreitet sind
Ting® und TipToi® von Ravensburger sowie Franklin AnyBook Audio-digitaler Vorlesestift. International erwähnenswert ist der DiscoveryPEN

Im Blindenhilfsmittelbereich kommen Hörstifte gleichfalls zum Einsatz: PenFriend® und PennyTalks, die zusätzlich eine Aufnahmefunktion besitzen. Mit ihr können die Nutzer Etiketten mit eigenen Notizen kennzeichnen.

Warum setzen wir auf das Konzept Hörstift?

Die Technik scheint veraltet zu sein im Zeitalter der Smartphones/Tablets und der Multimediaguides, wo es möglich ist, via Bluetooth oder NFC berührungslos Interaktionen auszulösen.
Wir glauben, dass Zusatzinformationen auf eine Weise zur Verfügung gestellt werden sollten, die nicht dazu führt, dass die Besucher ihre Aufmerksamkeit zu sehr auf die Hilfstechnik konzentrieren müssen. Leider ist das bei Guide-Technik, die per Display oder Tasteneingaben gesteuert werden muss, der Fall.

Der Hörstift ist überaus einfach in der Handhabung. Wird ein Labelcode mit der Stiftspitze berührt, erklingt die Audioinformation.

Die Geräte sind robust und vergleichsweise preisgünstig.

Für ein und dasselbe Label können mehrere Audioversionen parallel vorgehalten werden. Die Umschaltung erfolgt gleichfalls durch antippen von Labelcodes.

Für welche Einsatzfelder ist der Hörstift geeignet?

Lern- und Spielangebote für die Ohren werden meist in Buchform angeboten. Fremdsprachige Vokabeln in einem Wröterbuch nicht nur zu lesen sondern auch in korrekter Aussprache zu hören, ist vorteilhaft. Zu Bild und Text einen Audioinhalt abrufen zu können, gibt Sachbüchern für Kinder eine zusätzliche Dimension. In einem Vogelbestimmungsbuch nicht nur das Foto der Gefiederten zu sehen sondern auch ihre Stimme zu hören, gehört zu den vielen Möglichkeiten. Hierfür stehen die im Ting-Konsortium zusammengeschlossenen Verlage. Im Bereich der Spiele für Kinder ist der Ravensburger TipToi® zu großer Reife und Verbreitung gelangt.

Wir meinen, dass das Potenzial des Hörstifts für den Bereich Museum und Ausstellung noch immer ungenutzt ist. Insbesondere für kleine, nichtstaatliche Museen können mit seiner Hilfe Zusatzinformationen leicht und preisgünstig verfügbar gemacht werden. Personal und Besucher können unkompliziert damit umgehen. Die Möglichkeiten von Fehlbedienung und Betriebstörungen sind vergleichsweise sehr gering.
Es können Versionen in mehreren Sprachen oder für bestimmte Zielgruppen angeboten und leicht verfügbar gemacht werden.

Wo liegen Grenzen und Möglichkeiten des Hörstifts?

Der Hörstift ist dort einsetzbar, wo die räumlichen Verhältnisse es gestatten, Berührungspunkte zum Abrufen der Audioinformationen bereit zu stellen. Die AbhörLautstärke des kleinen Lautsprechers im Stift kann so eingestellt werden, dass sich die Besucher den Stift nahe ans Ohr führen und damit wenig Belästigung für andere Besucher auftritt. Kopfhörer und Zusatzeinrichtungen für Hörgeräte können angeschlossen werden.

Was tun wir für die Praxis-Einführung des Hörstifts in Museen und Ausstellungen?

Der Workshop in Marktbreit war der Einstieg in die Entwicklung eines Angebotspakets für den Praxiseinsatz. Kern ist ein Projektmanagementsystem, das es gestattet auf PCs, Tablets und Smartphones aller gängigen Betriebssysteme Exponate, dazugehörige Fotos und Kommentare zu den Audio-Contents und codierten Labels zuzuordnen und die eingesetzten Hörstifte zu verwalten.

Andersicht arbeitet mit zwei Optionen: Wenn wir entsprechende Unterstützung finden, werden wir mit eigener Hardware arbeiten. Solange das nicht gelingt, bauen wir auf frei im Handel erhältliche Stifte und Labels.


Die Projektverwaltung kann - je nach Wunsch - offline durch die Anwender oder über einen Server von Andersicht mit entsprechendem Support erfolgen.

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