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Der Transgo-Audioguide für Bad Langensalza - Konsequente Weiterentwicklung des Hallig-Hooge-Guides

Argusauge

24.-26. August 2011

Bad Langensalza - Andersicht-Vorsitzender Jürgen Trinkus testet die neueste Version des Transgo-Audioguides "Lichtblicke".

"Du siehst mehr, wenn du hörst!" - davon ist Georg Widder fest überzeugt. Er ist die treibende Kraft hinter dem Audioguide-Projekt für Bad Langensalza, für das er seinen Lions-Club und die Tourist-Information der Thüringer Rosenstadt gewinnen konnte. Auf Einladung von Andersicht kam er im Juni 2010 mit seinem Clubpräsidenten und der Geschäftsführerin der ProMo Beschäftigungsgesellschaft mbH auf die Hallig Hooge und fand nicht nur Gefallen am Slogan "Ich höre und fühle, was du siehst", sondern auch am Transgo-Audioguide. Dieser wurde dann in und für Bad Langensalza weiterentwickelt. Bei der Erstellung der Texte fungierte Hela Michalski von Andersicht e. V. als Mentorin und Redakteurin. Nach Abschluss der Arbeiten in Thüringen gelang es Ende August 2011 auch dem Vorsitzenden von Andersicht e. V., nach Bad Langensalza zu fahren.

Trinkus mit dem Transgo Audioguide im Rosengarten Der Zeitpunkt hätte kaum günstiger gewählt sein können. Am Vortag des Besuches war die neueste Generation der Guide-Geräte eingetroffen und sollte umfassend getestet werden. Alle drei Führungen wurden abgelaufen: die Altstadt, der Rosengarten und der Japanische Garten.

Die Geräte, wie sie jetzt in der Touristinformation Bad Langensalza kostenlos entliehen werden können, verfügen über einen elektronischen Kompass, einen leistungsstärkeren GPS-Empfänger und eine sehr blindenfreundliche Benutzeroberfläche. Die Benutzung beginnt mit dem Anhören eines gut verständlichen Einführungs- und Hilfetextes.

Links unten ist die wichtigste Taste leicht zu finden: der Modus-Umschalter bietet die Wahl zwischen dem Spazier-, dem Ziel- und dem Hörmodus. Im "Spaziermodus" meldet sich der Minicomputer zu Wort, wenn ein Zielpunkt für eine Beschreibung erreicht ist. Hat der Tourist den Text zu Ende gehört, drückt er auf die Modustaste. Das Gerät wechselt in den "Zielmodus" und sagt Entfernung und Richtung zum nächsten Punkt der Audioführung an. Die Ansage wird alle 20 m aktualisiert wiederholt und kann jederzeit abgerufen werden. Das ist zwar noch keine Fußgängernavigation, aber eine intuitive Zielführung. Der Tester konnte ihr durch die verkehrsberuhigte Altstadt blind folgen. Er musste nur auf Hindernisse wie Aufsteller, Poller oder parkende Autos achten. Für mobile blinde Fußgänger ist das zu bewältigen. Dennoch empfehlen die Anbieter blinden Benutzern das Gehen mit sehender Begleitung.

Ist der Zielpunkt erreicht, wechselt der Audioguide automatisch in den "Spaziermodus" und spielt die ortsbezogenen Hörtexte ab. Der Touchscreen des Gerätes ist so präpariert, dass es darauf lediglich fünf, tastbar gemachte Berührungspunkte gibt: Mittig wird das Abspielen unterbrochen und wieder gestartet (Pause-Play-Funktion). Links und rechts davon sind Sprungfunktionen zurück und vorwärts. Die ausführlrichen Texte in einer jeweiligen Länge von drei bis zwölf Minuten sind in Blöcke eingeteilt. Zwischen denen kann gesprungen werden.

An vielen Haltepunkten gibt es Sitzgelenheiten, und es lohnt sich, alles anzuhören, denn - wie sagt Georg Widder? "Wer hört, sieht mehr!".Beschriebener Blick durch das Argusauge auf die Silhouette der Stadt

Mit den Berührungspunkten oben und unten können im Zielmodus die Stationen der Führung gewählt werden. Der "Hörmodus" dient dazu, sich die Texte ortsunabhängig anzuhören.

Es empfiehlt sich, die drei Führungen zu absolvieren - am besten verteilt auf zwei bis drei Tage. Die Altstadtführung hat 18 Stationen, die durch den Rosengarten acht und durch den Japanischen Garten zehn Stationen.

Im Rahmen des Besuchs kam es auch zur Begegnung mit den Textautorinnen Mary Fischer (Altstadt) und Silke Hasskerl-Schilling. Beide verkörpern gewissermaßen das, was sie texteten. Beide betonten aber auch dankbar die große Hilfe durch die instruktive Mentorenschaft durch die Audiodeskriptorin Hela Michalski.

Der Audioguide von Bad Langensalza ist alltagstauglich und barrierefrei bedienbar. Dank der Beharrlichkeit von Georg Widder konnte in Zusammenarbeit mit Testern vom Blinden- und Sehbehinderten-Verband Thüringen, Kreisorganisation Bad Langensalza, ein Entwicklungsstand erreicht werden, der neue Maßstäbe setzt.

 

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